Hans P. Ströer

VITA

Hans P. Ströer, geboren 1956 in München, Komponist, Musikproduzent, Arrangeur und Musiker, lebt und arbeitet bei München.

1963 Gehörbildung und Notenschrift am Richard-Strauß-Konservatorium München 1971 Klavier bei Prof. Rainer von Zastrow (Hochschule für Musik in München).
Im Übrigen Autodidakt.

Inspiriert von seiner ersten Platte, der Beatles-Single "I Want to Hold Your Hand" baute Hans mit 7 Jahren einen elektrischen Tonabnehmer in seine Kindergitarre ein und begann erste eigene Songs zu schreiben. Mit 11 animierte er seine Mitschüler und gründete seine erste eigene Band, trat mit 14 in Münchner US-Clubs als Rock´n´Roll- und Soul-Sänger auf.

Mit 17 spielte er Banjo und Akkordeon in 60 Vorstellungen der legendären Inszenierung der "Dreigroschenoper" von Martin Fried und George Tabori am Münchner Residenztheater. Dort traf er Bobby Jones (vorher Saxofonist bei Charles Mingus) und wurde Bassist im Bobby Jones Trio. 1975 wurde er bekannt als Bassist mit Volker Kriegels Mild Maniac Orchestra. Er blieb in dieser Gruppe bis 1987 und spielte mit Albert Mangelsdorff, Eberhard Weber, Rainer Brüninghaus und anderen. Auf Tourneen durch Europa, Afrika und Asien trat er bei über 1000 Konzerten und Jazzfestivals auf und wirkte bei acht Langspielplatten mit. Die Gruppe erhielt 1982 den Deutschen Schallplattenpreis in der Kategorie „Ensemble Pop national“.

In den 70er Jahren war Hans P. Ströer ein gefragter Studiomusiker für Pop-und Discoproduktionen (Bass, Gitarre, Keyboards). Er spielte auf Platten von Falco, Donna Summer, Amanda Lear, La Bionda, Gilbert Becaud und vielen anderen. Seine Zusammenarbeit mit dem Münchner Multimediakünstler Eberhard Schoener führte ihn 1977/78 zu zwei gemeinsamen Tourneen und Plattenaufnahmen mit Sting und The Police.

Parallel veröffentlichte Hans zusammen mit seinem Bruder Ernst Ströer eigene Platten mit Funk- und Avantgarde-Jazz (Ströer Bros. "Fluchtweg Madagaskar" und "Nomaden" mit dem New Yorker Howard Fine) und erhielt 1985 den Preis der Deutschen Schallplattenkritik in der Kategorie Jazz.

Seit 1984 schrieb Hans P. Ströer über 150 Auftragskompositionen für international preisgekrönte Fernsehfilme, darunter alle Filme von Horst Königstein und Heinrich Breloer („Todesspiel“ , „Die Manns“ , und zuletzt "Speer und Er" ). 2002 erhielt er den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Fernsehereignis des Jahres“ für seine Musik zu „Die Manns - ein Jahrhundertroman“. Der Film wurde neben vielen anderen Preisen mit dem International Emmy Award ausgezeichnet.

Seit 1985 Komposition von Bühnenmusik für viele bedeutende Theater in ganz Europa, darunter „Jeux de Femme“ mit Leslie Caron am Theatre Odeon in Paris und am Piccolo Theatro in Mailand, das Musical „Gianni Ginetta“ von Lina Wertmueller, „Mein Jahrhundert“ von Günter Grass am Thalia Theater in Hamburg, und vieles mit Elke Lang am TAT in Frankfurt, Schauspielhaus Wien, Theater Basel.

1987 gehörten die Ströer Bros. zur Projektgruppe "German KunstDisco Seoul" des offiziellen deutschen Kulturbeitrags zum Olympic Arts Festival bei den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul/Südkorea. Gemeinsam mit Architekten, Designern und Diskothekentechnikern gestalteten sie ein neues Gebäude im Zentrum von Seoul. Sie übernahmen die Musikalische Leitung und die Gestaltung des Live-Programms, nahmen 136 junge Musiker und DJ Westbam unter Vertrag, der dort die ausschließlich für diesen Anlaß produzierten Platten auflegte. Die KunstDisco faßte 2000 Personen, war über fünf Wochen täglich in Betrieb - und immer überfüllt.

Von 1986 bis 1998 prodzierte Hans im Team mit Ernst Ströer und Horst Königstein 12 Alben mit Udo Lindenberg, darunter einige Top Ten Platzierungen (Horizont, Ein Herz kann man nicht reparieren, Ich lieb Dich überhaupt nicht mehr). Zusammenarbeit mit dem Gitarristen der Peter Gabriel Band, David Rhodes. Auf dem Udo-Album „Hermine“ spricht Marlene Dietrich Prologe zu den Songs von Friedrich Hollaender. Dies ist Marlenes letzte Plattenaufnahme. Für seine Arbeit als Producer erhielt Hans P. Ströer mehrere Goldene Schallplatten.